Vortrag: Sichere, saubere und bezahlbare Energie für Bayern

Ein Feuerwerk an Information und kreativen Ideen rund um das Thema „Energie“

Prof. Dr.-Ing. Buchberger, der als ÖDP-Landtagsdirektkandidat auch die schwäbische Liste anführt, stellt zu Beginn seines Vortrags in Bobingen die provokante Frage: „Wie sieht Ihre Energiebilanz aus?“ Eines sei klar, so Buchberger, das ambitionierte Ziel, den Energieverbrauch zu halbieren, um die Klimaschutzziele auch nur annähernd zu erreichen, sei ein schwieriges Unterfangen, dem sich alle Akteure, vom privaten Verbraucher über die Industrie bis hin zur Politik mit mehr Intensität widmen müssen.
 
Anhand von Grafiken verdeutlicht Buchberger die schwierige Situation. Die sog. Energiewende sei zwar gut gewollt, aber letztlich schlecht gemacht. Buchberger beschreibt anschaulich die Energieherkunft in Bayern und die Probleme im Strombereich, vor allem dann, wenn 2022 das letzte Atomkraftwerk abgeschaltet werde. Das bereits 2011 aufgelegte Bayerische Energiekonzept „Energie innovativ“ sei mit „heißer Nadel“ gestrickt; von den teils guten Ansätzen sei letztlich nur das Papier geblieben. Außer leeren Versprechungen habe Bayern nichts vorzuweisen.
 
„Wir müssen handeln, sonst wird es dramatisch“, so Buchberger. Ohne Wenn und Aber spricht er sich für einen Ausbau der regionalen Erzeugungskapazität und für neue Netze aus, denn Bayern könne die Stromlücke, die durch das Abschalten der Kernkraftwerke bis 2022 entstehe, nicht regenerativ schließen. Die ÖDP stehe zum Atomausstieg, da die Atomenergie wegen der unkalkulierbaren Risiken und der ungelösten Entsorgung des Atommülls nicht verantwortbar sei. Zudem seien sowohl Atom- als auch Kohlekraftwerke dafür verantwortlich, dass u.a. Windräder vom Netz genommen werden müssen. Ein Versorgungsrisiko bei der Gasversorgung sieht er in der Fertigstellung einer Pipeline von Russland nach China, was Russland einen neuen Absatzmarkt eröffne. Es bestehe die Gefahr, dass Russland künftig auf Sanktionen mit der Einstellung der Gaslieferung reagiere.
 
Buchberger formulierte ein Bündel an Maßnahmen für Bayern, u.a. die Abschaffung der sog. 10-H-Regelung  und  den beschleunigten Ausbau der Windenergie. Die Aussage Söders, Bayern sei kein Windstandort, sei schlichtweg falsch. Staatliche und kommunale Dächer und Flächen für PV-Anlagen seien auszuweisen mit der Möglichkeit der Bürgerbeteiligung. Die Förderung der Energieeinsparung nahm einen breiten Raum ein. Mit „Bayern innovativ“ und „Bayern exzellent“ erdenkt sich Buchberger Förderprogramme, die weit weniger kosten, als der Bau neuer Kraftwerke und Leitungen. Er will alle Akteure in die Pflicht nehmen. Freistaat und Kommunen müssten ihre Vorbildfunktion bei E-Mobilität nutzen. Bei der Stadt- und Landesplanung sei ein verstärkter Ausbau von Nahwärmeinseln in Innenstädten mit hybrider Versorgung nötig. Allergrößtes Augenmerk sei auf die Förderung der Energieeinsparung zu legen durch staatliche Energiesparagenturen, kostenlose Beratung für alle Haushalte mit Energiesparschecks als Naturalleistung. Eine verstärkte Landesförderung für Energieeffizienz-Maßnahmen sei ebenso unabdingbar wie konkrete und wirksame Maßnahmen zum  Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs. Buchberger nannte Beispiele für schnelle Maßnahmen zur Reduzierung des Energieverbrauchs im Verkehr.
Dass Deutschland derzeit seine Klimaschutzziele verfehle zwinge zu schnellem und koordiniertem Handeln. „Unsere Kinder werden uns nicht danach beurteilen, wieviel Geld, sondern wieviel Energie und Ressourcen wir gespart und in welchem Zustand wir ihre Lebenswelt hinterlassen haben.“ so Buchberger. Eindringlich mahnt Buchberger: "Jeder einzelne ist gefordert, denn Energiesparen beginnt an der eigenen Haustüre!"
Im Anschluss ging Prof. Buchberger auf teilweise fachlich anspruchsvolle Fragen der Zuhörer ein.


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