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Kritik an Erhöhung des Betreuungsschlüssels und Absenkung der Standards in Kitas

Mit deutlicher Kritik reagiert die ÖDP Kreisvorsitzende und Kreisrätin, Gabi Olbrich-Krakowitzer, auf die Absenkung der Qualitätsstandard in der Kinderbetreuung auch im Landkreis Augsburg. Obwohl das Jugendamt diese Maßnahme äußerst kritisch sieht wurde dem Jugendhilfeausschuss, dem kein/e Vertreter/in der ÖDP angehört, empfohlen, diesen Schritt zu gehen.  „Für uns ist das ein Offenbarungseid und der Beweis,  dass das System Kinderbetreuung gescheitert ist.  Mit der Erhöhung des Betreuungsschlüssel gehen auch eine Absenkung des Fachkräfteschlüssels einher. Statt bisher 50% werden nun nur noch 33 % Fachpersonal gefordert.

„Hier wäre es notwendig gewesen einen Brandbrief an die Staatsregierung zu senden mit der Aufforderung, Eltern endlich die Wahlfreiheit in der Kinderbetreuung zu geben“, so Olbrich-Krakowitzer. Derzeit seien Erziehende oftmals aus finanziellen Gründen gezwungen Kinder in die Fremdbetreuung zu geben. Diese Fremdbetreuung werde mit enormen Steuermitteln finanziert.  Alle Erziehenden, die sich selber um die Kinder kümmern wollen, müssten dagegen finanzielle Einbußen hinnehmen. Nachdem in manchen Einrichtungen vom Betreuungspersonal nicht einmal mehr Deutschkenntnisse gefordert werden gehe das Argument, dass insbesondere ausländische Kinder unbedingt wegen der sprachlichen Förderung in Fremdbetreuung müssten, vollkommen ins Leere.  Zudem werde Arbeitsbelastung für Erziehungspersonal zunehmen. Falle Erziehungspersonal aus, werde dies nicht ausgeglichen, sondern Kita-Gruppen müssten dann mit weniger Betreuungspersonal auskommen. Die so notwendige frühkindliche Bindung an Bezugspersonen leide schon unter der jetzigen Situation in Kita´s.  Der von der Wissenschaft empfohlene Betreuungsschlüssel sei 1:3, nun werde dieser auf 1:5 erhöht.

Wie das Amt trefflich feststellte, gehe es der Staatsregierung inzwischen nicht mehr um frühkindliche Förderung, sondern nur noch um die Erfüllung des Rechtsanspruchs auf einen Betreuungsplatz um jeden Preis. „Das Wohl der Kinder ist hier vollkommen egal“, kritisiert die Politikerin, die bei ihren drei Enkelkindern Kita-Probleme hautnah mitbekommt.

„Wenn ich mir vorstelle, dass künftig 15 Kleinkinder auf 40 qm betreut werden können, dann stellt das eine erhebliche Belastung der Erzieherinnen und Erzieher dar und auch für die Kinder, denen jeglicher Rückzugsraum fehle und die ebenso einer enormen Lärmbelastung ausgeliefert sind“, so Olbrich-Krakowitzer. Für die ÖDP Kreisrätin steht der zunehmende Bedarf von Jugendsozialarbeit an Schulen in direktem Zusammenhang mit den veränderten Bedingungen, unter denen Kinder heutzutage heranwachsen müsse. Schon die Kleinsten müssten funktionieren, damit Mama und/oder Papa rechtzeitig in die Arbeit kommen, der Stress in Familie werde erhöht und Auszeiten von außerhäuslicher Betreuung würden immer weniger.

 

„Ich verstehe die Not der Kommunen aber noch viel mehr die der Erziehenden, denen zwar ein Rechtsanspruch per Gesetz zusteht, der aber nur auf dem Papier vorhanden ist. Eltern werden so schamlos im Stich gelassen,“ so Olbrich-Krakowitzer.  Es könne und dürfe aber nicht darin münden, dass Kinder lediglich noch beaufsichtigt würden. Es sei höchste  Zeit, das Wohl der Kinder in den Mittelpunkt zu stellen.  Damit widerspricht die ÖDP-Politikerin Landrat Martin Sailer, der das Absenken der Standards einfach hinnehme und offensichtlich als alternativlos betrachte. Die ÖDP fordert dagegen ein steuer- und sozialversicherungspflichtiges Erziehungsgehalt als angemessenes Einkommen für Eltern, damit diese ohne finanziellen Druck zu entscheiden können, ob sie ihre Kinder ausschließlich selbst betreuen möchten oder das Erziehungsgehalt dafür nutzen, ihre Kinder in die Obhut von anderen zu geben.  So hätten Erziehende eine echte Wahlfreiheit und der Druck, Kinder schon im Babyalter in Fremdbetreuung geben zu müssen, würde deutlich abnehmen. Auch würde damit anerkannt, dass Kindererziehung eine Leistung für die Gesellschaft darstelle und kein reines „Privatvergnügen“ sei.  Dies würde mit Sicherheit dazu führen, dass der Betreuungsbedarf in Einrichtungen sinken werde.  Würden alle Kinder in Einrichtungen angemeldet, wäre das System schon viel früher kollabiert. Es habe nur bisher einigermaßen  funktioniert, weil viele Eltern den Rechtsanspruch nicht angemeldet hätten. Eine analoge Regelung sei im Übrigen auch in der Pflege schon längst überfällig. Auch häusliche Pflege gehöre mit einem Pflegegehalt entlohnt, denn auch dort werde wertvolle Arbeit geleistet, die den Staat zudem enorm entlaste.

 

Mit der Bitte um Veröffentlichung und

mit freundlichen Grüßen

 

Gabi Olbrich-Krakowitzer

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